Die häufigsten Fehler bei der Elektroinstallation

Schon ein kleiner Fehler bei der Elektroinstallation kann gefährlich werden und endet oftmals sogar tödlich. Deshalb ist es notwendig ein paar wichtige Grundregeln zu kennen.

Unkenntnis über die Installationszonen

Leitungen müssen nicht nur vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden, sondern auch um Personen- oder Sachschäden abzuwenden. Für Leitungen, die in Decken und Wänden verlegt sind, gelten folgende Regeln:

  • In Wänden dürfen die Leitungen nur senkrecht oder waagerecht verlegt werden
  • In Decken können die Leitungen auch diagonal liegen

Wie weit die Leitungen von Türen, Fußböden oder Decken entfernt liegen müssen, besagen die Vorzugsmaße nach DIN 18015-3:2016-09. Jeder der an der Elektroinstallation arbeitet sollte die Installationszonen kennen. Dort befinden sich auch die Abzweigdosen.

Unzureichende Sicherheitsmaßnahmen

Verlassen Sie sich nicht auf Leitungssuchgeräte, die stromführende Leitungen anzeigen sollen. Auch Phasenprüfer bieten keine ausreichende Sicherheit. Es gehört zu jedem Grundwissen, den Stromkreis zu unterbrechen und zwar an der Hauptsicherung und nicht nur an einem Lichtschalter. Für die zusätzliche Prüfung der Spannungsfreiheit können danach Phasenprüfer & Co hilfreich sein.

Nicht auf Andere verlassen

Verlassen Sie sich nicht auf Andere. Wenn Sie an der Elektroanlage arbeiten, müssen Sie auch selbst die Sicherung entfernen. Schmelzeinsätze sind komplett herauszudrehen und mitzunehmen. Leitungsschutzschalter können Sie nur stromlos schalten. Hängen Sie deshalb ein Schild an den Sicherungskasten, damit niemand den Strom wieder einschaltet, weil Lebensgefahr besteht.

Nicht ohne Fachwissen arbeiten

Auch wenn man denkt, das man zum Auswechseln von Schaltern und Steckdosen oder dem Auswechseln von Beleuchtungskörpern nur geringe Kenntnisse benötigt, ist trotzdem Fachwissen erforderlich. Schon beim Auswechseln oder Anschließen von Drähten, gehört das Wissen um die Farben der Isolierungen zu den wichtigsten Kenntnissen. Sich einfach auf die Farben im Verteiler zu verlassen, kann fatale Folgen haben, weil sich die Standards für die farbliche Kennzeichnung der Drähte in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben.

Nicht ohne Baustromverteiler 

Arbeiten Sie niemals auf einer Baustelle ohne Baustromverteiler. Baustrom zum Arbeiten auf Baustellen darf nur von dafür vorgesehene Speisestellen entnommen werden. Nur sie sind mit den nötigen Sicherheitseinrichtungen versehen, um Stromunfälle auf der Baustelle zu vermeiden. Kommt es wegen fehlender Baustromverteiler zu einem Sach- oder Personenschaden, kann das den Versicherungsschutz kosten und im schlimmsten Fall das Leben.

Nicht mit ungeeignetem Werkzeug arbeiten

Ortsveränderliche elektrische Geräte müssen eine einwandfreie Isolierung oder nicht anderweitige Defekte aufweisen. Handwerkzeuge müssen einen Isolationsschutz nach DIN VDE aufweisen. Die Griffe von Zangen oder Schraubendrehern sind dabei auf eine Spannung bis zu 10.000 Volt geprüft.

Sich niemals selbst Überschätzen

Wird im Neubau installiert, kann durchaus auch ein technisch versierter Heimwerker die Leitungen verlegen, zum Anschluss ist aber ein Fachmann notwendig. Rufen Sie im Zweifelsfall immer einen Elektriker. Nur er kann die Leitungen richtig durchmessen und entscheiden, was zu tun ist.

Merke

Das Verwechseln von Leitern, falsche Anschlüsse oder das Fehlen von Sicherheitseinrichtungen sind der häufigste Grund für Stromunfälle. Diese müssen nicht gleich passieren, können sogar über Jahre unbemerkt bleiben, bei einem defektem Gerät allerdings zu schwerwiegenden Unfällen führen.